Digitale Barrierefreiheit – Chancen, Praxis & Perspektiven.
Ziel der Digitalen Barrierefreiheit ist es, digitale Inhalte und Services so zu gestalten, dass sie von allen Menschen – unabhängig von Alter, Behinderung oder individuellen Einschränkungen – selbstbestimmt, gleichberechtigt und ohne zusätzliche Hürden genutzt werden können. Gleichzeitig steigert sie Benutzerfreundlichkeit, Reichweite und Qualität digitaler Lösungen für alle.
Digitale Barrierefreiheit schafft nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern inkludiert, verbessert Benutzerfreundlichkeit, erschließt neue Zielgruppen und stärkt nachhaltige digitale Strategien.
Auf Digitale Barrierefreiheit sollte von Beginn eines Projekts an geachtet werden, idealerweise bereits in der Konzeptions- und Planungsphase, indem sie klar als Projektziel definiert wird. So wird sichergestellt, dass Barrierefreiheit nicht als nachträgliche Zusatzanforderung, sondern als integraler Bestandteil von Design, Entwicklung und Content verstanden wird. Wichtig ist dabei, im gesamten Projektteam ein gemeinsames Bewusstsein für das Thema zu schaffen und den Mehrwert digital barrierefreier Lösungen zu erkennen – etwa durch bessere Nutzbarkeit, größere Reichweite und rechtliche Absicherung. Für die praktische Umsetzung empfiehlt es sich, die relevanten Zielgruppen klar zu definieren und Personas zu erstellen, um konkrete Bedürfnisse sichtbar zu machen und mehr Bezug sowie Verständnis für unterschiedliche Nutzungssituationen zu entwickeln.
MP2 Business-Breakfast zum Thema Digitale Barrierefreiheit
Am Mittwoch, den 28. Jänner 2026, lud wir zum Business-Breakfast in unsere ‚MP2 Innovation Lounge‘ in Wien ein. Unter dem Titel „Digitale Barrierefreiheit – umfänglich betrachtet“ richtete sich das Event an Entscheidungsträger:innen, Expert:innen und Interessierte aus Wirtschaft, Verwaltung, IT und Gesellschaft, die sich mit inklusiven digitalen Lösungen auseinandersetzen. In entspannter Atmosphäre bei Croissant und Kaffee erhielten die Teilnehmer:innen fundierte Einblicke in die Bedeutung digitaler Barrierefreiheit – weit über gesetzliche Anforderungen hinaus, denn Digitale Barrierefreiheit ist ein zentrales Zukunftsthema. Das Business-Breakfast mit hochkarätigen Imulsgeber:innen bot wertvolle Impulse aus Praxis, Politik und Technologie und lud zum persönlichen Austausch und Networking ein.
Laurenz Miller, Lead Accessibility bei MyAbility, beleuchtete aktuelle Anforderungen und Chancen aus Sicht der Accessibility-Praxis. Er sagt: „Digitale Barrierefreiheit ist nicht nur Gesetzesverordnung, sondern eine Chance – sie schafft besseren Zugang für alle Menschen, nicht nur für Menschen mit Behinderungen.“
Wolfgang Kowatsch, Managing Director & Co-Founder von MyAbility, betont: „Wenn wir über ‚Zugang für Alle‘ sprechen, sprechen wir über unsere Zukunft. Das gilt umso mehr im digitalen Raum. Nur wenn alle mitmachen können, wächst etwas Starkes, Neues.“
Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, bringt die Perspektive einer stetig wachsenden Nutzer:innengruppe ein. Sie sagt: „Digitale Barrierefreiheit schafft echte Chancengleichheit. Sie ist kein Nice-to-have, sondern ein Muss, weil sie darüber entscheidet, ob Menschen teilhaben können oder ausgeschlossen werden. Es muss immer der Mensch im Mittelpunkt stehen. Die Technologie dient den Menschen und nicht umgekehrt.“
Über die gesellschaftlichen und rechtliche Rahmenbedingungen gibt Martin Zach vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Leiter der Sektion IV – Pflegevorsorge, Behinderten- & Versorungsangelegenheiten) einen perfekten Überblick und macht noch einmal deutlich: „Von Barrierefreiheit profitieren alle – nicht nur Menschen mit Behinderungen: Für einen kleinen Teil der Bevölkerung ist sie notwendig, für viele hilfreich, für alle aber komfortabel“
Die Bedeutung von Gleichbehandlung fasst Christine Steger vom Sozialministerium als Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen wie folgt zusammen: „Digitale Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Gleichberechtigung, da sie allen Menschen Zugang zu Informationen und digitalen Angeboten ermöglicht. Sie fördert Inklusion, indem sie bestehende Barrieren abbaut und sicherstellt, dass auch im digitalen Raum niemand aufgrund von Behinderungen oder individuellen Einschränkungen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen wird.“
Das Statement von Julia Kruselburger zum Thema Digitale Barrierefreiheit lautet: „Für manche Menschen machen Technologien das Leben leichter – für andere machen sie Leben erst möglich. Als Gestalter:innen der digitalen Zukunft ist es unsere Verantwortung sicherzustellen dass genau diese Perspektiven in der Entwicklung mitgedacht und mitgestaltet werden.“ Julia Kruselburger ist Mitbegründerin & CEO von Independo sowie Mitglied der SIG Accessibility im VÖSI, und gab beim Business-Breakfast Impulse zu Innovation und unternehmerischen Verantwortung.
Technische Umsetzungsaspekte werden von Albors Askari, Certified WebAccessibility Expert und Technischer Leiter von unserer Web- & App-Agentur von MP2, sowie von Sabine Paukner, Head of UX & Design, praxisnah aufgezeigt. Sie gaben Tipps zur praktischen Umsetzung und was von der Konzeption bis zur technischen Umsetzung von digitalen Lösungen zu beachten ist. Hier einige Links rund um Digitale Barrierefreiheit:
Tipps & Tools für Digitale Barrierefreiheit
- WCAG 2.2 Guidelines – www.w3.org/WAI
- Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) – www.barrierefrei.at
- Tool-Tipp: Kontrastprüfer nach WCAG & APGA in einem, siehe barrierefreies.design/werkzeuge/kontrastrechner-fuer-farben
- Hier können auch Farben (nach WCAG) für Druck getestet werden: leserlich.info/farben
- Wussten Sie, dass jede Website eine Barrierefreiheitserklärung braucht?! Die Wirtschaftskammer gibt hierfür praxisgerechte Auskunft: www.wko.at/ooe/news/neue-regeln-zur-barrierefreiheit
Das MP2 Business-Breakfast im Jänner 2026 zeigte auf, dass Digitale Barrierefreiheit kein Nischenthema ist, sondern ein wesentlicher Qualitätsfaktor moderner digitaler Lösungen. Moderiert wurde das Business-Breakfast von Manfred Pascher und Gerlinde Macho, den beiden Gründern von MP2 IT-Solutions. Sie fassen das Event wie folgt zusammen: „Mit unserem Business-Breakfast möchten wir Bewusstsein schaffen und zeigen, dass digitale Barrierefreiheit viele Dimensionen hat – technisch, rechtlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Unternehmen, die Barrierefreiheit von Beginn an mitdenken, investieren nicht nur in Compliance, sondern vor allem in bessere Nutzererlebnisse und nachhaltigen Erfolg. Der offene Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen ist dabei entscheidend, um gemeinsam inklusive digitale Zukunft zu gestalten.“
Certified WebAccessibility Expert – Lehrgang von incite
Wussten Sie, dass es einen Lehrgang für WebAccessibility gibt? Der Lehrgang von incite vermittelt einen umfassenden Überblick über das Thema barrierefreies Webdesign und baut Knowhow für Webdesigner:innen und IT-Dienstleister:innen auf, um Websites und digitale Angebotte professionell und anforderungskonform gestalten zu können. Hier gibt es weitere Infos zum incite-Lehrgang und zur Personenzertifizierung: www.incite.at
VÖSI Special Interest Group AccessibilityInICT
Die Special Interest Group AccessibilityInICT des Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) setzt sich für die Förderung von Barrierefreiheit ein, damit alle Menschen den gleichen Zugang zu digitalen Services neuen Technologien, Apps und Geräten haben. Wir von MP2 IT-Solutions sind Mitbegründer dieses Arbeitskreises, wo wir über digitale Barrierefreiheit informieren und konkret aufzeigen, wie Barrierefreiheit in der IT umgesetzt werden kann. voesi.or.at