Online-Redakteure aufgepasst. Tipps für digitale Barrierefreiheit.

Ein barrierefreies Internet schafft Websites und andere Web-Angebote wie Online-Shops, die von allen Nutzer:innen unabhängig von ihren Einschränkungen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Hier haben wir praktische Tipps für alle Online-Redakteure!

Exklusiv für Online-Redakteure!
9 praktische Tipps für die Verbesserung der Web Accessibility

  1. Klare Struktur des Contents schaffen.
    Dabei können Überschriften und Listen verwendet werden. Strukturieren Sie Ihre Texte mit Überschriften (H1 bis H6) und Nummerierungen oder Aufzählungszeichen. So wird das Scannen des Contents erleichtert, aber auch die Navigation – und Lesegeräte können den Content leichter einlesen und wiedergeben.

  2. Alternative Texte für Bilder sind ein Muss.
    Das A und O einer professionellen Online-Redaktion sind die Verwendung von so genannten „Alt-Texten“. Füge Sie daher stets alternative Textbeschreibungen (Alt-Texte) für Bilder hinzu. Menschen mit Sehbehinderung können so die Infos auf den Bildern wiedergegeben werden. Und noch dazu verbessert dies die Suchmaschinen-Optimierung.

  3. Auf Kontraste achten.
    Achten Sie bereits bei der Konzeption und Design von Websites und CI-Vorgaben sowie bei der Gestaltung von Logos auf ausreichenden Kontrast. Vor allem bei der Website-Gestaltung ist es wichtig, auf eine kontrastreiche Farbgebung zwischen Text und Hintergrund zu achten. Stellen Sie dabei sicher, dass Inhalte leicht lesbar sind. Es gibt hier dementsprechende Tools und Werkzeuge zur Überprüfung des Farbkontrasts damit sichergestellt wird, dass die Anforderungen erfüllt werden.

  4. Videos brauchen Untertitel.
    Wenn Videos auf Website verwendet werden, ist es wichtig, dass Untertitel hinzugefügt werden – damit erhalten alle User:innen Zugang zu den Inhalten. Stellen Sie zusätzlich sicher, dass Audioinhalte auch abgeschaltet werden können.

  5. Sorgen Sie für Tastatur-Zugänglichkeit.
    Achten Sie bei der Online-Redaktion explizit darauf, dass alle Interaktionselemente wie Schaltflächen, Formulare, Links und vieles weitere, mit der Tastatur leicht zugänglich sind. So können die Formulare und Funktionen auch ohne Maus auf der Website genutzt werden.

  6. Sinnvolle Linktexte eingeben.
    Verwenden Sie bei der Redaktion beschreibende und eindeutige Linktexte – anstatt allgemeine Phrasen wie "Klicken Sie hier ". Dies hilft Screenreadern und Tastaturnutzer:innen, den Zweck des Links zu verstehen und verbessern die Usability des Webangebots.

  7. Strukturierte Inhalte verwenden.
    Verwenden Sie HTML5-Elemente wie Header, Footer, Artikel und Absätze, um die semantische Struktur des Webauftrittes zu verbessern. Dies hilft bei der Navigation und dem Verständnis der Seite. Auch eine sinnvolle Fehlerseite – 404-Seite – hilft den Website-Besucher:innen sich gut auf der Site zurecktzufinden.

  8. Optimieren Sie die Online-Formulare.
    Stellen Sie als Online-Redakteur sicher, dass die Online-Formulare eine klare Beschriftung haben, Fehlermeldungen leicht verständlich sind und automatische Eingabeüberprüfungen zB bei E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, implementiert sind. Erstellen Sie eine sinnvolle Antwortseite, wo Ihre User:innen auf der Website weiterkommen und gut geführt werden.

  9. Verwenden Sie klare und präzise Sprache.
    Vermeiden Sie bei der Online-Redaktion komplexe Satzstrukturen und zu lange Absätze. Schreiben Sie in einer klaren, verständlichen Sprache.

Foto Albors Askari, BSc – technischer Leiter der Webagentur von MP2 IT-Solutions

Und hier der Zusatztipp aus der Praxis von Albors Askari, Leiter der Web- & App-Agentur von MP2 IT-Solutions:

„Testen Sie Ihre Websites explizit auf digitale Barrierefreiheit! Verwenden Sie dabei passende Online-Tools und Screenreader um die Barrierefreiheit des Webangebotes zu überprüfen. Checken Sie dabei auch regelmäßig diese auf neue Inhalte und Updates, um die Zugänglichkeit beizubehalten. Bei einem solchen Check ist es auch sinnvoll den Kontrast zu überprüfen und Optimierungen durchzuführen. Dies steigert die Web Accessbility, die Usability und sogar die Suchmaschinen-Optimierung.“

Albors Askari, BSc
Certified WebAccessibility Expert
Leiter der Web- & App-Agentur von MP2 IT-Solutions


Special Interest Group Accessibility in ICT

Als Mitglied im Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) arbeiten wir unternehmens- und fachübergreifend in einer Special Interest Group zusammen, um die digitale Barrierefreiheit in der Software- und App-Entwicklung laufend zu bessern.


Word Wide Web Consortium

Das W3C –World Wide Web Consortium – ist eine internationale Organisation, die sich auf die Entwicklung von Richtlinien und Webstandards spezialisiert hat. Das W3C wurde bereits im Oktober 1994 gegründet. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die sich aus einer Vielzahl von Mitgliedsunternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Einzelpersonen zusammensetzt, die sich für die Weiterentwicklung des World Wide Web engagieren. Unter anderem entwickelt W3C technische Spezifikationen weiter und gibt Empfehlungen für Webtechnologien wie HTML, CSS, XML und andere. Dies stellt sicher, dass das Web interoperabel und einheitlich funktioniert. Zudem ist die Verbesserung der digitalen Barrierefreiheit und Zugänglichkeit ein zentrales Ziel von W3C. Das W3C setzt sich dafür ein, das Internet für Menschen mit Behinderungen zugänglicher zu machen, indem es Richtlinien und Technologien entwickelt, die die Barrierefreiheit von Webinhalten verbessern.

Tool-Tipps für den Barrierefreiheits-Check

Neben dem W3C und dessen Tools gibt es durchaus coole Tools, die zum Check und zur Verbesserung von Web Accessibility beitragen können. Hier drei populäre Tipps:

  1. WAVE (Web Accessibility Evaluation Tool)
    Dabei handelt es sich um ein kostenfreies Online-Tool, das von WebAIM entwickelt wurde. WAVE ergmöglicht, Websites auf ihre Barrierefreiheit zu überprüfen. Einfach die URL des Webangebotes eingeben und das Tool scannt die Site auf mögliche Barrieren. Ein detaillierter Bericht folgt.

  2. axe Web Accessibility Testing
    Dabei hanelt es sich um ein Open-Source-Tool. axe ist als Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox verfügbar und ermöglicht es Web- & App-Entwickler:innen, Websites auf Accessibility direkt im Entwicklungsprozess zu testen. Die Erweiterung identifiziert Barrierefreiheitsprobleme und bietet klare Hinweise zur Fehlerbehebung.

  3. Pa11y
    Ein weiteres Open-Source-Tool für die Barrierefreiheitsprüfung von Webseiten ist Pa11y. Das Tool kann sowohl über die Befehlszeile als auch über die Benutzeroberfläche verwendet werden. Es kann in die Entwicklungs- oder CI/CD-Pipeline integriert werden, um automatische Tests auf Barrierefreiheit durchzuführen. Pa11y bietet verschiedene Ausgabemöglichkeiten, einschließlich Textberichten und HTML-Berichten.

Diese Tools sind nützliche Werkzeuge um sicherzustellen, dass Webauftritte den Barrierefreiheitsrichtlinien entsprechen und für alle Benutzer:innen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, zugänglich ist. Zu beachten ist, dass diese als unterstützende Ressourcen dienen und manuelle Überprüfungen und Tests mit assistiven Technologien (wie Screenreadern) weiterhin notwendig sind, um sicherzustellen, dass die Web Accessibility optimal gewährleistet ist.

 

Exkurs: Die Wirtschaftskammer hat toll zusammengefasste Infos über Barrierefreiheit und dessen Richtlinien.
Informieren Sie sich hier: www.wko.at

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